Was ist die Verbindung zwischen Asana und Pranayama?

Was ist die Verbindung zwischen Asana und Pranayama?

Yoga bedeutet Integration. In der Asanapraxis findet Integration auf allen Ebenen statt.

Im Hatha- Yoga wird durch die exakte Aufrichtung der Wirbelsäule ermöglicht, dass die Energie durch die 3 Haupt- Nadis: Ida, Pingala und Sushumna fließt. So dass die Kundalini- Energie geweckt wird und durch Sushumna aufsteigt. Die Asanapraxis belebt nicht nur die Energie sondern nutzt auch die Bandhas. Die Umkehrstehhaltungen lassen uns verstehen, wie wir die Bandhas einzusetzen haben, um die Energie wahrzunehmen und zu lenken.

In unserer  Asanaspraxis werden im Körper immer wieder andere Strukturen angesprochen, die Energie wird geweckt und in bestimmte Bereiche gelenkt. Unser Körper wird durch die Lebensenergie Prana am Leben gehalten. Es befinden sich 5 Energien, Pranas in unserem Körper mit ihren verschiedenen Bewegungsrichtungen in unterschiedliche Bereiche und ihren unterschiedlichen Aufgaben.

Durch bestimmte Asanas sprechen wir die verschiedenen Energien im Körper an. Wir heben z. B. in den Stehhaltungen das Apana an.  Die Asanas werden auf der groben- wie auch auf der feinstofflichen Ebene geübt.

Das Folgeglied nach Asana ist Pranayama. Prana bedeutet Energie, Lebensenergie, Yama zügeln, lenken. Pranayama ist die Praxis der Atemregulierung und Harmonisierung aller 5 Pranas im Körper. Dies bedeutet, dass wir unseren feinstofflichen Körper näherkommen. Dennoch ist Pranayama nicht „körperlo“s zu praktizieren und es wird in erster Linie auf eine korrekte Körperhaltung in der Pranayama- Übungspraxis geachtet.

Genauso, wie in der Asana- Übungspraxis können wir nicht auf den Atem verzichten. Asana (Körperhaltungen) sind ohne Pranayama (Atemregulierung) ebenso undenkbar, wie Pranayama ohne Körperhaltungen. B.K.S. Iyengar hat immer wieder betont, dass man mit der Asanapraxis beginnen sollte. Das Sutra des Patanjali, Kapitel II, Vers 49 b stellt fest, dass der Sadhaka erst mit Pranayama beginnen soll, wenn er es im Asana zu Vollkommenheit gebracht hat.

Die Asanas bereiten den Körper auf Pranayama vor. Der Brustkorb wird geweitet, um das Zwerchfell zu dehnen. Die Brustwirbelsäule und die Rippen werden beweglicher, was eine freiere Atmung ermöglicht. Das Nervensystem wird vorbereitet und der Körper gewinnt an Festigkeit und mentaler Stabilität.